Die Anwendungen 

In den Behandlungen unterscheidet Ayurveda innere und äußere Anwendungen. Die Therapien sind stets sanft und angenehm. Sie bekämpfen keine Symptome, sondern stärken Körper und Geist, so dass der Mensch von innen heraus gesunden kann.
Im inneren Behandlungskonzept dieser Kur werden Heilmittel und Nahrungsmittel angewendet. Rezepturen aus Kräutern, Wurzeln, Früchten, Blüten oder Baumrinden werden je nach Konstitution und Krankheit für jeden Gast individuell zubereitet und dosiert verabreicht. Im Bereich der äußeren Therapie kommen Massagen, Bäder und andere Behandlungen zum Einsatz. Im Folgenden finden Sie eine kleine Auswahl unterschiedlichster Behandlungen, die während einer Ayurvedakur zur Anwendung kommen können.

Abhyanga "Liebevolle Hände"

Abhyanga ist die Königin unter den Massagen und eine klassische ayurvedische Ganzkörper-Ölmassage, die ausgesprochen sanft und meist vierhändig von 2 Therapeuten ausgeführt wird. Sie lindert oder befreit von Müdigkeit, Abgespanntheit, Verspannungen und wirkt verjüngend auf alle Körpergewebe (Dhatus). Diese Massage kräftigt die Muskulatur sowie die Gelenke, und sie stärkt die Nerven und die Haut, indem sie die zahlreichen Körperkanäle (Srotas) öffnet, um Ansammlungen von Toxinen (Ama) über die Haut abzutransportieren. Darüber hinaus unterstützt Abhyanga zusammen mit den begleitenden Panchakarma-Maßnahmen Virechana, Vasthi die Ausleitung festsitzender innerer Körpergifte über den Magen und Darm. 

Der therapeutische Effekt der Ganzkörper-Ölmassage reduziert VATA bei Krankheitsbildern wie Athritis und Lähmungen, da der Blutfluss im durch die Krankheit in Mitleidenschaft gezogenen Gewebe angeregt wird. Das verwendete Massageöl bestimmt der Arzt und richtet sich nach dem Krankheitsbild sowie dem vorherrschenden bzw. erhöhten Dosha (Bionenergien) des Patienten.

Akshitarpana

Das ayurvedische Augenbad ist eine sehr angenehme Erfahrung. Es beruhigt überanstrengte und müde Augen, hat einen kühlenden Effekt, befeuchtet trockene Augen und hat eine klare Sicht zur Folge.

Shirodhara

Der Kopf- oder Stirnölguss ist das gleichmässige Fließen eines feinen Ölstrahls auf die Stirn, während man sich in einer entspannten Rückenlage befindet und die Augen zu Ihrem Schutz abgedeckt sind. Danach werden die obere Rückenpartie und der Nacken massiert. Der Ölstrahl fließt in einem festgelegtem Muster langsam über die Stirn und die einzelnen Behandlungen dauern in der Regel 20-30 Minuten und werden 3-5 Tage hinter einander verabreicht.

Die Wirkung dieser Behandlung ist sehr intensiv. Sie beruhigt den Geist, reduziert das VATA-Dosha. Verbessert das Sehvermögen und das Gehör, kräftigt das Haar und beugt dem Haarverlust sowie frühem Ergrauen vor. Sie hilft Schlaflosigkeit, innere Ruhelosigkeit, Depression, Angst, Sorgen und andere psychische Probleme zu überwinden. Er verbessert das Gedächtnis. 

Shiro-Basthi

Dieser ayurvedische Kopfeinlauf wird nur ausgeführt, wenn der Arzt dies für erforderlich hält. Leicht erwärmtes mediziniertes Öl und Kräuter werden mit Hilfe einer Kappe, deren Ränder gut abgedichtet sein müssen, auf dem Kopf aufgebracht. Das Öl verbleibt dort, um gut einzuwirken. Sobald sich in der Nase und im Mund des Patienten Schleim bildet, hat die Therapie ihr Ziel erreicht. Die Kappe wird entfernt und es erfolgt eine circa 5-minütige Massage der Schultern und der oberen Rückenpartie.

Für gewöhnlich im Fall von VATA-Störungen im Kopfbereich, wie starke Kopfschmerzen, Migräne, Ohrenschmerzen, mentale Störungen, Schlaflosigkeit und Tinnitus.

Svedana

Eine therapeuthtische Maßnahme ist das Schwitzen oder Dampfbad, die nach der Ganzkörpermassage oder einer ähnlichen Ölanwendung verabreicht wird. Durch die Wärmeeinwirkung schmelzen bzw. lösen sich die festsitzenden Schlackenstoffe (Toxine), die Poren öffnen sich, der Reinigungs- und Ausleitungsprozess in Richtung Verdauungstrakt sowie über unser größtes Organ, die Haut, wird in Gang gesetzt. Wichtig bei der traditionellen Wärembehandlung ist es, dass der Kopf dabei frei und kühl bleibt.

Pizhichil - die königliche Therapie

In dieser Behandlung wird eine Ganzkörper-Ölmassage mit einer Wärmebehandlung kombiniert und ist sehr angenehm für den Patienten. Bis zu 30 Minuten fließt warmes Öl über den Körper und wird dann von 2 Therapeuten synchron in sanften Bewegungen in die Haut einmassiert. Das Öl hat die Temperatur unseres Körpers und die Wirkung der pflanzlichen Inhaltsstoffe kann sich somit optimal entfalten. Die wohligen Temperaturen Sri Lankas unterstützen auf natürliche Weise die Behandlung und trotz Ruhemodus umgibt den Patienten angenehme Wärme.

Das vegetative Nervensystem wird sanft harmonisiert und ein erhöhtes VATA erfährt die notwendige Erdung durch viel Öl.

Pinda Sveda - Kräuterstempel 

Die Kräuterstempel sind wohl die bekanntesten Massage- und Schwitztherapien. Zuerst wird der Körper eingeölt und massiert, um anschliessend die Behandlung mit den warmen Reisbeuteln fotzusetze. Der gesamte Körper wird mit heißen Leinensäckchen abgeklopft und ausgestrichen. In den Beuteln befinden sich Kräuter, Gewürze und spezielle Reisabkochungen.

Diese Therapie bewirkt eine Stimulierung der Zellerneuerung und wird vor allem bei Beschwerden des Bewegungsapparates wie Athritis, Rückbildung des Muskelgewebes und Verletzungen eingesetzt. Pinda Sveda gehört zur Gruppe der verjüngenden Behandlungsformen, weil sie das Gewebe straffen, die Zellerneuerung fördern und ebenso die geistige Vitalität steigern.

Nasyam/Nasya

Diese Nasen- und Kopfbehandlung ist eine der fünf Panchakarma-Therapien. Sie säubert die Nase und die Nasennebenhöhlen, die Stirnhöhle und den Hals. Diese Reinigung wird durch die Nasenlöcher vorgenommen, da hier der einzige Zugang zu den feinen Kanälen der Kopfregion vorgegeben ist. Die Therapeuten bereiten diese Behandlung mit Inhalation und Kopf-Stempel-Massagen vor.

Nasyam wird gern bei Problemen im Hals- und Nackenbereich angewendet, wie Migräne, Kopfscherzen, chronische Erkältung, aber auch bei Asthma und Epilepsie.

Virechana - Reinigungstag

Nach den vorbereitenden Anwendungen entscheidet der Arzt über Ihren Reinigungstag anhand der Pulsdiagnose. Virechana ist ebenfalls eine der fünf Panchakarma-Therapien. Den Virechana Tag verbringen die Gäste auf Ihren Zimmern. In Abstimmung mit Ihrer Konstitution erhalten Sie morgens eine Abführdosis. Als Getränk ist nur heißes Wasser in Abstand von 15-30 Minuten empfohlen. Sie dürfen nicht Duschen, keine körperliche Aktivität vornehmen - nur kurze Spaziergänge im Garten oder auf dem Flur unterstützen die Darmbewegung. Begleitend erhalten die Gäste Reissuppe und nach Abschluss der Darmentleerung frischen Saft der Kokusnuss (Tambili). Erst am Abend ist das Duschen erlaubt. Am folgenden Tag ist leichte Aufbaukost erlaubt.