Ein Tag im Kingdom Ayurveda Resort

Morgens wache ich meistens mit den ersten Sonnenstrahlen gegen 06.00 Uhr auf und höre die Wellen des Indischen Ozeans an den Strand rollen. Das lustige Gezwitscher der Vögel wird von der Melodie des Bäckerwagen hier in der kleinen Ortschaft Kottagouda begleitet - ein ungewöhnliches Frühkonzert hier im Kingdom Ayurveda Resort. Da ich am Abend früh schlafen gehe, bin ich auch ausgeschlafen und wieder liegt ein geruhsamer Tag vor mir. Nur kurz in das Bad und dann sitze ich auch schon voller Muße mit meinem Glas heißen Wasser auf dem Balkon und blicke in das saftige Grün des Garten und auf das blaugrüne Meer. Die Wellen scheinen nach mir zu rufen und so begrüße ich den Tag meistens am Strand in dieser zauberhaften Morgenstimmung. Noch vor dem Frühstück erwartet uns Kris, der Mönch aus der Nachbarschaft, im Gartenpavillion. Chris ist gebürtiger Pole und war schon in vielen asiatischen Ländern auf den Spuren des Buddhismus unterwegs. Neugierig lausche ich seinen Geschichten und Erfahrungen auf seinem Weg zum Buddhismus und in tiefer Ruhe begleitet er uns auf unserem Weg in eine neue Achtsamkeit uns selbst gegenüber und zeigt uns seine Meditationstechniken. Pünktlich um 08.00 Uhr steht das Frühstück auf dem Tisch. Ich freue mich sehr auf den farbenprächtigen Obstteller voll sonnengereifter Früchte und lasse mich gerne überraschen, was der Koch heute noch ergänzend auftischen wird.

Hier im Kingdom Ayurveda Resort erfahre ich, wie wohltuend ein strukturierter Tag ist. Nie habe ich das Gefühl, einem hektischen Terminplan wie zuhause gehorchen zu müssen. So gegen 09.00 Uhr steht im Garten die Sonnenliege für mich bereit und eingehüllt in meinen farbenfrohen Sarong, die Kanne mit Tee und Wasser an meiner Seite, kann ich gelassen lesen oder der Musik lauschen, bis mich die Therapeutin zur Behandlung abholt. Schon schwebt Heshan aus der Apotheke hinaus und balanciert das Tablett mit meiner vom Arzt verordneten Medizin durch den Garten. Kurz darauf ruft mich Frau Dr. Dinali zur täglichen Konsultation. Jeder Behandlungstag beginnt mit Blutdruckmessen, Pulsdiagnose und Fragen zu meiner aktuellen Verfassung. Ich berichte über meinen  unruhigen Schlaf und natürlich muss ich die wichtigste Frage nach meiner Verdauung beantworten. Diese Untersuchung besimmt den Ablauf der folgenden Behandlungen.  

Jetzt habe ich Zeit für mein Buch, aber meistens beobachte ich das Meer, den Wind, schaue in die mächtige Baumkrone über mir und lasse meine Gedanken schweifen. Es ist ein wundervolles Gefühl: Keine Aufgabe erwartet mich, kein Telefonat stört diesen himmlischen Frieden. Da spüre ich ein sanftes Klopfen an meiner Schulter. Chandrani, meine Therapeutin, erwartet mich zur Fußmassage und Kopfmassage im Ayurvedacenter. Nach etwa 45 Minuten darf ich der Behandlung auf meiner Liege nachspüren und fühle schon wieder eine angenehme Müdigkeit. Das Öl riecht intensiv nach den Kräutern, ich mag diesen Geruch sehr und meine Beine sind ganz leicht geworden. Später steht noch eine Abhyanga, die Ganzkörperölmassage auf dem Zettel der Therapeuten. Das warme duftende Öl wird mit 4 Händen auf meinem Körper verteilt und die einfühlsamen Händen lockern sanft meine verspannten Muskeln. Meine trockene Haut saugt das nährende Öl gierig auf. Ich entgleite wieder in meine Traumwelt und liege später mit einem zufriedenen Lächeln auf der Liege. Dort steht mein Melonen-Smoothie als Zwischenmahlzeit bereit. Nicht mehr lange und die Gäste werden schon wieder am Mittagstisch erwartet. 

Ab 13.00 Uhr sind die Tische im luftigen Open-Air Restaurant gedeckt. Lautlos kreisende Ventilatoren fächeln frische Luft. Wir schnuppern schon die herrlichen Düfte der Gewürze und versuchen zu erraten, welche Köstlichkeiten uns heute serviert werden. Das Mittagessen besteht aus einem Teller mit verschiedenen Gemüse, einem  kleinen Frischkostsalat und ab und an ein wenig Fisch. Frau Dr. Dinali erklärt die exotischen Gemüsearten und deren Wirkung auf unsere Doshas und unseren Körper. Die beiden Köche Nilanthe und Sampath bereiten unser Essen täglich frisch zu und das Gemüse wird von einem Bauern angeliefert. Es schmeckt köstlich! Als Nachtisch gibt es heute Wasserbüffel-Yoghurt mit Honig, mein Lieblingsdessert. Jeder von uns an der Tischrunde strahlt und ist rundum glücklich.      

Am Nachmittag warten noch 3 weitere Behandlungen auf mich. Vollkommen entspannt und zufrieden liege ich auf meiner Liege im

Schatten des Gartens und lasse alles auf mich zukommen. Mein Schwachpunkt bei Stress ist der Nacken und Schulterbereich, er ist immer stark verspannt. Eine intensive Rückenbehandlung soll die Verspannungen vertreiben und Theklas Hände erspüren jeden harten Muskeln. Heisse Kräuterstempel klopfen das Öl tief in die Muskulatur und ich spüre, wie meine Muskeln langsam weicher werden. Zum Schluss werden noch mit Öl getränkte Tücher für 20 Minuten auf meinem Rücken ausgebreitet. Die Behandlung ist so wohltuend und entspannend, dass ich eine großen Teil einfach verschlafe und träge den restlichen Nachmittag auf der Sonnenliege verbringe. Die Medizin für den Abend beschliesst den Kurtag im Garten und es bleibt noch ein wenig Zeit für ein paar Schritte am Strand und vor der Yogastunde mit Nishante dusche ich noch kurz lauwarm. Auf diese intensiven 90 Minuten am Ende des Tages möchte ich nicht verzichten. Die Atemübungen unterstützen den Reinigungsprozess der Lungen und Organe und ich spüre eine neue Kraft in mir. Die Dehnungsübungen und Asanas lassen meine Muskeln geschmeidiger werden und straffen den gesamten Körperbau. Das fühlt sich nicht nur gut an, sondern sieht auch gut aus.  

Nach dem Yoga geht es direkt zum Abendessen im Restaurant und dieses leichte Mahl beschließt in aller Ruhe meinen Wohlfühl-Tag. Ich spüre täglich das Erwachen der neuen Leichtigkeit und Zufriedenheit. Es geht mir richtig gut hier. Eine wohlige Müdigkeit drückt mich in das Kissen und ich finde leicht in den Schlaf.